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Geschichte der Kolpingsfamilie
     


Kolpingsfamilie Dalhausen

 

Die Kolpingsfamilie Dalhausen gehört zum Diözesanverband Paderborn. Im Jahre 2000 beging das Kolpingwerk in Deutschland das 150jährige Bestehen.

Die Kolpingsfamilie Dalhausen wurde 1927 von dem Jesuitenpater Vorspel gegründet, der anlässlich einer Religionsvortragsreihe in der damals noch selbständigen Gemeinde weilte. Der erste Präses war Vikar Schulte aus Borgholz, Vizepräses  war Lehrer Kunze. Der erste Vorstand bestand aus dem Senior Heinrich Pecher, der später in den Missionsorden eintrat, dem Kassierer Johannes Böker und dem Schriftführer Wilhelm Spieker.

Eine Vereinsfahne wurde 2 Jahre nach der Gründung in Salzkotten gefertigt.

 



Das Vereinsleben hatte sich bis zu seiner Auflösung im Jahre 1933 mit ca. 100 Mitgliedern zu hoher Blüte entwickelt. Man bildete unter anderem eine Theatergruppe und gab in jedem Jahr der Gemeinde ein Stück zum Besten. Trotz aller Bemühungen konnte jedoch die Kolpingsfamilie vor dem Zugriff der damaligen nationalsozialistischen Reichsregierung nicht geschützt werden. Nur mit Mühe ist es gelungen, Fahne und Banner rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Der Kassenbestand wurde in letzter Minute dem Pfarrer zur Verwendung für kirchliche Zwecke überbracht. Die Kolpingsfamilie, in den ersten Jahren mit dem Namen Gesellenverein, kam daher in den Jahren 1933-1949 fast gänzlich zum Erliegen.

Auf Anregung einiger Dalhäuser Gesellen wurde die Kolpingsfamilie im Jahre 1949 wieder neu ins Leben gerufen. In den Monaten Oktober 1949 bis November 1950 fanden die ersten Versammlungen und Schulungsabende statt. Die Kolpingsfamilie beging am 10. Dezember 1950 zum ersten Male wieder in feierlicher Weise den Kolpinggedenktag mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion und gemeinsamen Frühstück in der Gaststätte Groll. Als erster Präses wurde Pastor Josef Feldmann gewählt. Es folgten Jahre fruchtbaren Vereinslebens.

Neben dem Grundgedanken des Kolpingwerkes, Vorbereitung auf Ehe und Familie, fanden allgemein bildende Seminare und auch geselliges Beisammensein mit Gesang und Spiel in harmonischer Weise ihren Platz.

Hier hat sich vor allen Dingen Vizepräses Kunze verdient gemacht. Am 19., 20. und 21. Juni 1952 beging die Kolpingsfamilie mit der ganzen Gemeinde ihr 25-jähriges Stiftungsfest. Das Fest wurde mit einem Fackelzug und dem Großen Zapfenstreich am Abend des 19. Juni eingeleitet. Am Festsonntag veranstaltete die gesamte Handwerkerschaft zusammen mit der Kolpingsfamilie einen großen Umzug. 23 Festwagen, Reiter und Fußgruppen zeigten ein buntes Bild des Dalhäuser Berufslebens. Von nah und fern waren Tausende in das kleine Beverdorf zusammengeeilt, um den Umzug zu sehen und an der Jubiläumsfeier teilzunehmen.

 

Gruppenfoto im Jahr 1952                                         

   

Festumzug im Jahr 1952

 

Josef Hedwig, Adolf Vössing, Alfred Suermann


Es gab dem Verein wieder neuen Aufschwung. Man versuchte allgemein den Idealen des Gesellenvaters nahe zu kommen: Arbeitsamkeit und Fleiß, Religion und Tugend, Frohsinn und Scherz.

Sehr viele Kolpingbrüder besuchten Schulungskurse in Pfronten/Allgäu, Kerpen und Wattenscheid und haben sicher manche gute Anregung für ihr späteres Leben mitbekommen.

Gemeinschaftskommunionen und Religionsabende trugen zum religiösen Leben bei. Vielleicht bedingt durch die Eigenart des Dalhäuser Volkes kamen aber auch Frohsinn und Scherz nicht zu kurz. Gesellige Abende, Unterhaltungen und Diskussionen, gemeinsame Ausflüge und Märsche, sowie jedes Jahr der Gemütliche mit Verlesen einer Bierzeitung, gehörte zum festen Bestandteil des Vereinslebens.

Am 23. und 24. August 1969 feierte die Kolpingsfamilie noch einmal mit der ganzen Gemeinde ein Kolping- und Handwerkerfest. Wochen vor dem Fest zeigten sich viele Handwerksmeister bei den Vorgesprächen noch etwas reserviert. Doch als der Gedanke erst einmal richtig gezündet hatte, glaubte man Tage vor dem Fest, das ganze Dorf sei auf den Beinen. Wieder bildeten 23 Festwagen und Fußgruppen einen bunten 600 Meter langen Zug durch das Dorf. Es sprach sicher für den Umbruch des Handwerkes, dass 14 Handwerksbetriebe nicht mehr existierten.

Als Kiepenkerl beim Festumzug,

Kolpingmitglied Franz Tewes

Festumzug gegenüber der Gaststätte Groll in der Untere Hauptstr. im Jahr 1969

In den Jahren nach dem Fest kam die Gruppe Jungkolping fast ganz zum Erliegen, jedoch entwickelte sich dann gerade aus der Gruppe Altkolping ein sehr reges Vereinsleben. Man traf sich jeden ersten Donnerstag im Monat zu Schulungs- und Vortragsabenden und zu vielen Veranstaltungen wurden auch die Ehefrauen eingeladen. 1970 wurde die erste Weihnachtsfeier durchgeführt. Diese,  der Vereinsgemütliche im Winter,  die Vereinsausflüge sowie die Studienfahrten gehören seit 1970 zum festen Programm.

Im Frühjahr 1976 begann die Kirchengemeinde Dalhausen die alte Schule zu einem Pfarrheim umzubauen. Eine gute Gelegenheit für eine Mitnutzung der Räume durch die Kolpingsfamilie zeichnete sich ab. Unter aktiver Mitarbeit der Kolpingbrüder wurde mit der Renovierung begonnen. Nach über einem Jahr Bauzeit wurde der Einzug gefeiert.

Am 03. Juni 1977 eröffnete der 1. Vorsitzende Rudi Tewes eine außerordentliche Generalversammlung, in der wichtigen Fragen zum 50jährigen Jubiläumsfest behandelt wurden. Eine neue Epoche im Vereinsleben begann. Das 50jährige Jubiläum wurde von einem neu gewähltem Vorstand und Festausschuss organisiert. Der Festausschuss mit dem Festausschussvorsitzendem Rolf Henne, 1.Vorsitzender  Rudi Tewes, 2. Vorsitzender  Willi Wiegand, Festkassierer Anton Hartmann, Schriftführer Erwin Bathe, Kassiererin Beater Bröker, Protokollführerin Irmtraud Böker, sowie den Sachgruppenleitern Franz Tewes, Paul Lippold, Hubert Hillebrand, Gerhard Dierkes und Karl Böker zeichnete verantwortlich für ein gut gelungenes, 3tägiges Kolping- und Heimatfest.

Dieses Fest und der Einzug in die neuen Räume schufen eine Grundlage für eine aktive Vereinsarbeit für viele Jahre. Fester Programminhalt wurde die Mithilfe bei Pfarrfesten, die Durchführung des Klustages, die Gestaltung von Feldgottesdiensten und die Altpapiersammlung für das Kolpingwerk. Der unermüdliche Einsatz für das Weiterbestehen des Weihnachtssingens wurde in der Gemeinde von Vielen positiv aufgenommen.

Neue Programmpunkte wurden die Fahrten zu Bundesligaspielen und ein jährlich stattfindender Preisskat für einen guten Zweck.

Im Jahre 1980 wurde für die Kirchenkrippe ein neuer Unterbau konstruiert, um den Auf- und Abbau zu erleichtern. Neue Figuren wurden von der Kirchengemeinde angeschafft.

Im Jahre 1982 wurde erstmalig eine plattdeutsche Messe durchgeführt. Dechant Karl Suermann gestaltete in eindrucksvoller Weise einen Gottesdienst für über 400 Besucher.

Aber auch Misserfolge gibt es zu verzeichnen. So zählt der Verein heute zwar über 200 Mitglieder, eine aktive, über Jahre anhaltende Jugendarbeit ist den Vorständen jedoch nie gelungen. Die Überalterung der Bevölkerung in Dalhausen und somit auch in der Kolpingsfamilie stellt schon heute den Vorstand vor Probleme.

Die lange Zugehörigkeit Einzelner zum Vorstand ist jedoch kennzeichnend für den unermüdlichen Einsatz im Verein und die Arbeit in der Gemeinde.

Das Jahr 1987 wurde für die Vereinsgeschichte zu einem weiteren Höhepunkt. Zum 60jährigen Bestehen wurde ein 2tägiges Fest in und um das Ansgariushaus organisiert. Ein 10 Meter hohes Holzkreuz wurde, von vielen Stellen in Dalhausen sichtbar, am Spechterberg in mühevoller Arbeit aus Holzmasten errichtet.

Einweihung des Holzkreuzes am Spechterberg.  Bildmitte Pfarrer Franz Seidel mit Fahnenabordnungen aus den Bezirken Höxter und Warburg

Zum Papstbesuch und der stattgefundenen Hl. Messe am 02.06.1996 in Paderborn/Sennelager organisierte die Kolpingfamilie eine Fahrt für die Gemeinde. Zum Papstbesuch und der stattgefundenen Hl. Messe am 02.06.1996 in Paderborn/Sennelager organisierte die Kolpingsfamilie eine Fahrt für die Gemeinde.   

Die Fahnenabordnung der Kolpingsfamilie repräsentierte auch hier Dalhausen und die Kolpingsfamilie.

In der Bildmitte die Bannerträger der Kolpingsfamilie Dalhausen: v. l. n. r. Hubert Böker, Franz-Josef Weihs, Erwin Bathe

Ein weiteres Holzkreuz schmückt seit dem 775jährigen Pfarrjubiläum den Garten des katholischen Kindergartens.

Anlässlich des 70jährigen Vereinsjubiläums wurde eine Sandsteinplatte für den Prozessionsaltar am Missionskreuz an der Kirche gestiftet.

 Ein nicht vergessenes Ereignis fand im Jahr 2001 statt. Vom 20. bis 28. Oktober fuhren 48 Teilnehmer zum Jubiläum der 10jährigen Seligsprechung Adolph Kolpings nach Rom. Nach einem Besuch in Pisa und Florenz ging es nach Rom. Eine Papstmesse, Papstaudienz und Besichtigung des Petersdoms und anderer Sehenswürdigkeiten gehörte selbstverständlich zum 4tätigen Programm. 

Absoluter Höhepunkt war die abschließende Lichter Prozession von der Engelsburg zum Petersdom.

Im Jahr 2002 wurde das 75jährige Bestehen gefeiert. Mit auswärtigen Kolpingsfamilien, eigenen Mitgliedern und ihren Ehefrauen, sowie den Dalhäuser Vereinen und politischen Gremien wurde eine Heilige Messe mit anschließender Ehrung der Gefallenen der Weltkriege in angemessenem Rahmen gefeiert. Mit einem Festvortrag der Diözesanvorsitzenden Stefanie Günnewich und einem Rückblick von Schriftführer Erwin Bathe wurde mit 260 Gästen im Saal der Gastwirtschaft Groll gefeiert.

Mit der Jahreshauptversammlung im Jahr 2003 gab es umfangreiche Änderungen im Vorstand. Der langjährige Präses Pfarrer Franz Seidel wurde in den Ruhestand verabschiedet und im Januar 2004 zum Ehrenpräses ernannt. Als neuen Präses wählte die Versammlung den neuen Pastor des Pastoralverbundes Dreiländereck, Herrn Stefan Stratmann.

Verabschiedung von Pfarrer und Präses Franz Seidel – Einführung des Präses Pfarrer Stefan Stratmann – und Mitgliederehrungen für 25 und 50 Jahre

v. l. n. r. Alfons Grone, Johannes Schreier, Franz Berbüsse, Hans-Joachim Rempe, Karl-Heinz Dierkes, Bernhard Weihs, Pfarrer Stefan Stratmann, Roswitha Lippold (1. Vorsitzende), Ehrenpräses Pfarrer i. R. Franz Seidel.

Im Jahr 2013,  besteht der Vorstand aus folgenden Personen:

1. Vorsitzende:                                    Erwin Bathe

Präses:                                                nicht besetzt
                            
Kassierer:                                           Thomas Ernst

2. Kassierer:                                       Mark Köhler

Schriftführer.                                     Rolf Henne

Beisitzer:                                            Paul Hartmann

                                                          Gertrud Hartmann

                                                          Paul Lippold

                                                          Rudi Tewes

 

Der Zeit und dem Interesse der Mitglieder wurden auch die Veranstaltungen angepasst. So gibt es neben einem Rahmenprogramm auch zahlreiche kirchliche Veranstaltungen und Aufgaben, die von der Kolpingsfamilie unterstützt werden.

Programmpunkte:

- Josef Schutzfest
- Vereinsausflug

- Tagesfahrten
- Gedenktag

- Andachten
- Weihnachtsfeier


- Betriebsbesichtigungen

Öffentliche Aufgaben:

- Krippenauf- und -abbau
- Pfarrfest (bis 2011)
- Klustag (bis 2011)
 

Der Jahresablauf ist seit langer Zeit von festen Ritualen geprägt. So wurde viele Jahre im Januar ein Vereinsgemütlicher im Saale Groll und später im Saal der Gastwirtschaft Soethe durchgeführt. Wegen der Überalterung der Mitglieder und der hohen Kosten für die Musik wird bei vielen Vereinen und auch bei der Kolpingsfamilie derzeit kein Vereinsgemütlicher veranstaltet. 

Um die Gemütlichkeit zu pflegen wurde im Ansgariushaus jährlich ein Spanferkelessen veranstaltet. 

Anlässlich des Jos. Schutzfestes im Mai beginnt der Abend mit einer Heiligen Messe in der Pfarrkirche und anschließendem Beisammensein im Ansgariushaus.  

Am traditionellem Dalhäuser Klustag sorgt die Kolpingsfamilie seit vielen Jahren für die Bewirtung der Pilger auf der Klus Eddessen. Auf Wunsch der Pfarrgemeinde Borgholz wird ab 2012 keine Bewirtung mehr auf der Klus Eddessen durchgeführt.

Die Pfarrfeste wurden von Beginn an von der Kolpingsfamilie gestaltet oder mitgestaltet. In den 80er Jahren abwechselnd am Ansgariushaus oder auf Bustollen. 

Der Vereinsausflug am Vatertagswochenende führte die Mitglieder in alle Hauptsstädte Europas. Attraktive Ziele wurden teilweise mit 90 Personen besucht.  

Vorträge zu aktuellen oder besonderen Themen, Betriebsbesichtigungen, Fahrten zu Fußball- und Handballspielen boten jahrelang ein abwechselungsreiches Programm. 

Wegen der zahlreichen Kartoffelbraten im Spätsommer verlegte die Kolpingsfamilie ihr Kartoffelbraten in das Ansgariushaus. In jedem Jahr am 02.10. gibt es Kartoffeln aus dem Backofen. 

Der Gedenktag bildet nochmals im Dezember die Grundlage für die Zugehörigkeit und besondere Verbindung mit der Kirche. Mit einer Heiligen Messe und Vorträgen zu aktuellen Themen. 

Seit über 40 Jahren eine Advent- und Weihnachtsfeier durchgeführt. Bei Geschichten und Glühwein und dem Singen von Advent- und Weihnachtsliedern werden gemütliche und besinnliche Stunden verbracht. 

Im Jahr 2015 gab es eine einschneidende Wende für die Kolpingsfamilie. Ein Vorstand konnte nicht mehr gewählt werden. Die Vorstandsarbeit wird seitdem von Erwin Bathe, Paul Lippold, Paul Hartmann und seiner Ehefrau durchgeführt. Die Veranstaltungen wurden auf ein Minimum reduziert.

Die Vorstände der Kolpingsfamilie 

Altsenioren - Vorsitzende der Kolpingsfamilie von 1927 bis 2013:

 Heinrich Pecher, Konrad Suermann, Johannes Böker, Heinrich Suermann 

Anton Suermann, Willi Wiegand, Rudi Tewes, Rolf Henne, Franz Nübel, Roswitha Lippold, Erwin Bathe 

Präsides der Kolpingsfamilie: 

Vikar Schulte

Pfarrer Josef Feldmann

Pfarrer Franz Seidel

Pfarrer Stefan Stratmann

Pfarrer Thomas Nienstädt

Pfarrer Schaeffer